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Wir haben die Diäten satt!



Artikel von:
pme
veröffentlicht am 06.11.2001 12:52 Uhr

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Kaum eine Zeitschrift ohne Diätempfehlungen, immer neue Bücher mit der neusten und endlich wirksamen Abnehmmethode. Die Theorien, Empfehlungen, Ratschläge und Rezepte häufen sich inzwischen zu undurchsichtigen und widersprüchlichen Haufen. Paradoxer Weise nimmt trotz all dieser tollen und vielversprechenden Diäten die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland nicht ab sondern zu.

Birgit Junghans, Diplom Oecotrophologin vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen sieht dies als Bestätigung, dass Diäten kontraproduktiv sind, was das Erreichen eines niedrigeren Gewichts betrifft. Zusätzlich belastet das Dauerdiäten das Gemüt. Ständiges Reduzieren und Bilanzieren verdirbt jeden Spaß am Essen.

Ein Unterschied zwischen übergewichtigen und schlanken Menschen liegt in ihren Empfindungen beim Essen, dem Bewusstsein, in dem sie essen und wie sie sich nach dem Essen fühlen. Übergewichtige essen hastiger als Schlanke. Bei den Mahlzeiten schränken sie sich ein, doch zwischen Tisch und Kühlschrank wandern große Mengen in den Mund – kaum registriert und sofort gedanklich verdrängt. Übergewichtige essen meist mit schlechtem Gewissen, bilanzieren das bereits Verzehrte und haben ständig den Vorsatz, bei der nächsten Mahlzeit die Menge zu reduzieren oder diese ganz weg zu lassen.

Dabei denken Übergewichtige sehr häufig ans Essen, empfinden Reize wie den Geruch aus Bäckereien und die Bilder der Werbung deutlich stärker, doch automatisch stellt sich das Gefühl ein, dass sie verzichten sollten. Essen wird zum Stress, dauerhaft und hartnäckig. Stark außenreizabhängig sprechen Übergewichtige auf die nächste Schlagzeile, die anschaulichen Bilder von Diätmahlzeiten, die unglaublich schmackhaft aussehen, an. Sie schüren wieder die angeschlagene Diät-Motivation, doch der Alltag holt den Übergewichtigen meist wieder ein.

Der Frust, wieder versagt zu haben, ist natürlich groß. Die kurzfristige, meist starke Kalorieneinschränkung straft viele mit der dauerhaften Senkung des Grundumsatzes, dem gefürchteten Jo-Jo-Effekt. Soviel zu dem, was alles falsch läuft. Doch was tun, wenn das Übergewicht ENDLICH und DAUERHAFT schwinden soll?

Zuerst müssen die Abnahmewilligen herausfinden, wann und was sie essen. Ein genaues und konsequentes Aufschreiben von allem, was durch den Mund geht, dazu zählen auch Getränke, ist zu notieren. Diese erste Phase ist deshalb besonders wichtig, da die Selbsteinschätzung bezüglich der Nahrungsmenge bei allen falsch ist, obwohl jeder von sich behauptet, genau zu wissen, was durch seinen Mund wandert und häufig auch warum. Dem ist nicht so, stellt Junghans fest und bezieht deshalb grundsätzlich und unausweichlich diese erste Phase der Feststellung des Ist-Zustandes in jede Beratung zum Abnehmen mit ein. Erst, wenn die Mechanismen des Essens bekannt sind, kann daran etwas geändert werden.

Junghans fordert im zweiten Schritt dazu auf, sich selbst Ziele zu setzen, und zwar solche, die realistisch und erreichbar sind. Zu extreme Kalorieneinschränkungen lehnt sie grundsätzlich ab. Die Reduktion ist abhängig von der vorherigen Kalorienaufnahme. Ein Übergewichtiger, dessen Verzehr bei 3000 Kalorien täglich liegt, kann durchaus auf 1800 bis 2000 reduzieren. Liegt die zugeführte Energiemenge jedoch bei nur 2000 Kalorien, darf nicht eine Reduzierung auf 800 angestrebt werden sondern sollte bei 1200 bis 1500 liegen.

Die Gründe dafür sind Folgende: Die Diät dauert zwar länger, ist jedoch leichter beizubehalten. Sie entspricht mehr einer normalen Ernährung, der Lerneffekt ist daher größer und die Gefahr, in alte Gewohnheiten zurück zu fallen, ist vermindert. Durch die gemäßigte Kalorienreduzierung erhält der gefürchtete Jo-Jo-Effekt weniger Chancen, unerwünscht den Grundumsatz auf Dauer zu senken.

Grundsätzlich muss sich jeder Übergewichtige satt essen, es geht nur darum, womit der Hunger gestillt wird. Essen muss Spaß machen und genossen werden, ein schlechtes Gewissen hat am Esstisch nichts verloren. Der Kampf gilt dem versteckten, häufig unbewussten und nicht durch Hunger begründeten Essen.

Sven-David Müller
Pressesprecher DIET
 

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